I love: Lomography

Mein Vater war Fotograf und Journalist, deshalb gab es bei uns immer Fotoapparate, Kameras, Filme und Dias. Das war immer ein Teil meines Lebens. Meine Schwester ist schließlich in die Fußstapfen getreten und hat diese Profession gewählt. Ich entschied mich fürs Schreiben. Aber Foto-Liebe ist geblieben. Ich bin eher experimentell unterwegs und fröne der Lomography. Nichts ist schöner als der blurry effect einer Plastiklinse. Ich liebe meine Diana Meg. Sie ist meine Wegbegleiterin. Dieses Bild ist auf einem speziell gefärbten Film entstanden, den Lomochrome Purple. Die violetten und blauen Farbeffekte sorgen für ein surreales Finish. Ich liebe diesen Film einfach. Der märchenhafte Look ist genau mein Geschmack.

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Lina, Lomochrome purple

Lomography ist ein Unternehmen, dass sich auf experimentelle Fotografie mit Plastikkameras spezialisiert hat. Es gibt eine eigene Community auf der Webseite. Jeder kann sich dort anmelden und seine analogen Schnappschüsse mit der Welt teilen. Das nennt sich Lomo home, hier kommst du zu meinem.

Oft kursiert die Diskussion, ob Film tot ist, ob seine besten Zeiten schon vorbei sind. Das glaube ich ehrlich gesagt nicht. So lange wie Film sich bereits hält. Es wird immer Liebhaber der Langsamkeit und des Überraschungseffekts geben. Genauso wie es immer Schallplatten geben wird. Jeder muss selbst wissen, ob er lieber tausendmal auf den Auslöser drückt, in der Hoffnung einen guten Shot zu bekommen, den er sofort bestaunen kann oder gezielt ein Bild konzipiert und auf das Ergebnis wartet, bis es entwickelt ist. Man kann natürlich auch super Schnappschüsse auf Film machen und Bilder auch digital planen. Wenn ich aber mit Film fotografiere, dann bin ich bewusst dabei, ich bin wirklich da. Ich nehme meine Umwelt viel schärfer wahr. Denn alles könnte ein gutes Motiv abgeben. Zugegeben, das mache ich nicht so oft, wenn ich die Digicam im Gepäck habe.

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Peitzer Teiche – Light Leaks, Kodak Portra 160

Wenn der Film voll ist, schicke ich ihn in die Entwicklung. Mittlerweile nur noch ins Lomolab. Das ist das Lomography-eigene Fotolabor. Hier wird auf die speziellen Wünsche der Lomographen eingegangen. Kennzeichnend für diese Fotos ist der spezielle Look. Die Bilder sind dank Plastiklinse meistens etwas unscharf, haben Lichteinspiegelungen sogenannte Light leaks und andere „Fehler“. Es gibt Doppelbelichtungen und verrückte Farben. Die Bilder scheinen aus einer anderen Zeit zu entspringen. Viele Großlabore machen keine Abzüge von solchen Negativen, weil sie nicht wissen, dass die vermeintlichen Fehler gewollt sind. Ich hab das schon mehrmals erleben müssen.

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Berliner Dom, Doppelbelichtung, Lomography CN 400

Film ist leider auch nicht ganz günstig. Der allein kostet schon seinen Preis. Meistens fängt es um die 4€ an. Wenn man einen spezielleren Film möchte, wie den Lomochrome Purple oder einen Kodak Portra, muss man schon etwas draufschlagen. Dann kommen noch die Kosten für die Entwicklung dazu. Nicht zu vergessen, die Kamera selbst. Doch im Gegensatz zu manch anderen Apparaten sind die Plastikameras nicht besonders kostspielig, es gibt natürlich Ausnahmen. Eine Holga gibt es bereits für knapp 40€.

Es kann schon ein teures Hobby sein. Vor allem wenn man damit anfängt und die ersten Filme gar nichts geworden sind. Das ist ärgerlich. Aber es wird mit der Zeit besser. Für mich ist es auch nicht immer einfach mit dem Geld. Dennoch geben mir die Bilder einen Mehrwehrt. Sie bedeuten mir etwas, viel mehr als so manches digitales Bild. Ich verbinde mit den Fotos Erinnerungen besonderer Art. Schon allein die Wartezeit macht es zu einem Erlebnis. Worauf muss man heute noch großartig warten? In einer Zeit, wo es nahezu alles instant gibt. Ich liebe diese Vorfreude auf die Abzüge.

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Baltyk, Lomochrome Turquoise

All das zusammen: Motiv bewusst wählen, Abdrücken, Film vollknipsen, Film wegschicken, Wartezeit, Vorfreude sind eine wunderbare Kombination. Wenn man es draufhat und den entsprechenden Platz und die Mittel, kann man den Film selbst entwickeln. Das hat dann eine Extraportion Zauber. Wenn du siehst, wie dieses Bild entsteht. Ich habe selbst einen Kurs gemacht, wo man lernte Fotos zu entwickeln. Das war eine wunderbare Erfahrung. Ich kann das nur empfehlen.

In meinen Augen ist analoge Fotografie ein gutes Mittel um im hektischen Alltag inne zu halten und sich auf das Jetzt zu konzentrieren. Alles ist in Bewegung aber du hältst still und machst dein Foto. Außerdem erinnert es mich an früher, an damals. Daran wie es in den Neunzigern war. An Urlaub und stundenlange Autofahrten. Daran, wie es war als man den Film abgeholt hat, mit Nummernzettel in der Drogerie. Jetzt ist alles anders, doch damit kann ich mir ein Stück Vergangenheit und ein kleinen Stückchen dieses Gefühls zurückholen.

Ich hoffe dir hat der Text gefallen,
liebe Grüße

Lina

2 Kommentare zu „I love: Lomography“

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