Pani Nowak

Das Glas in der Hand

hielt sie an die Wand,

den Boden ans Ohr gepresst,

nicht allzu fest,

wollte sie, ohne zu stören,

die Gespräche mithören,

zu denen sie ja

nicht eingeladen war.

Samtpfoten auf Papier

 

Den ganzen Tag liegen sie rum, meine Katzen. Doch sobald ich etwas mache, zeichnen, fotografieren oder kochen, ist ihre Neugier geweckt. Meine Katzen lieben Papier fast so sehr wie ich. Vielleicht genauso doll, wie ich es tu. Aber aus anderen Gründen. Wer weiß schon, was Katzen an Papier, Zeitungen und Kartons so spannend finden? Irgendwas ist da schon dran.

Ich liebe Papier. Ich liebe es darauf zu Zeichnen, Malen und zu Schreiben. Etwas zu erschaffen, was vorher höchstens ein flüchtiger Gedanke war, wenn überhaupt. Und dann auf einmal ist es greifbar, real. Mit dem Entwurf meines Hirns hat es meist wenig gemein, aber es ist meins, ich hab es geschaffen. Ohne mich wär es nicht da. Deswegen liebe ich das Papier.

Meine Katzen lieben auch meine Stifte und Pinsel. Sie lieben es daran zu knabbern. Ich bin stets auf der Hut. Das Wasserglas hat es ihnen auch angetan. Die Pfote rein zu tunken, muss unheimlich spannend sein. Deshalb stelle ich mittlerweile ein extra Katzenglas für sie hin, damit sie gefahrlos spielen können. Meine Katzen aussperren? Niemals. Sie sind ein Teil von mir. Es ist unterhaltsam, wenn sie bei mir sind.

Ob Skizzenbuch oder Zeichenblock, Aquarellpapier oder Zeichenpappe, es zieht sie magisch an. Solange sie darauf liegen, ist alles gut. Doch, manchmal ergreift sie der Übermut und sie vergreifen sich am Papier. Sie fletschen die Zähne und beißen hinein. So manch eine Seite hat bereits kleine Löcher und Kampfspuren davon getragen. So ist das nun mal. Ich konnte es noch retten.

Einblicke in mein Skizzenbuch findest du hier

lass uns einen ausflug machen

tree, baum, analog, lila, violett, purple, schwarz, black
eigenes Foto, aufgenommen mit der Diana F, lomochrome purple

es ist schon so viel zeit vergangen
seit wir den letzten ausflug machten.
uns kam so viel dazwischen.
das leben. krankheit. angst.
erst haben wir es nur aufgeschoben.
dann wieder verschoben.
es war noch nicht die zeit.
aufgehoben.
vorbei?

heilung braucht zeit
und ist nicht linear.
das vergisst man schnell unter der last,
die man trägt, unter dem druck, den man hat.
unter der aufkeimenden lebenslust.
doch der körper ist noch nicht so weit.
tag für tag. schritt um schritt.
es geht immer weiter.
und irgendwann
gehen wir wieder zusammen.

einen ausflug machen.